Prämierte KulturlandschaftsheldInnen

Kategorie 2
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Netzwerk Land wollte engagierte Personen, die sich jahrelang für den nachhaltigen Schutz der Kulturlandschaft eingesetzt haben, auszeichnen und vor den Vorhang holen. Diese ‚KulturlandschaftsheldInnen‘ mussten von einer dritten Person vorgeschlagen werden.

 

Sieger!!!

Johann Palkowitsch

Johann Palkowitsch ist Landwirt in Mannersdorf an der Leitha in Niederösterreich. Von Artenvielfalt und Kulturlandschaft begeistert, hat er in den vergangenen Jahren viele Projekte zum Thema initiiert oder daran mitgewirkt. So ist er örtlicher Koordinator für das Projekt „Wiesenrückführung“ und organisiert die laufende Öffentlichkeitsarbeit für das Kulturlandschaftsprojekt „Natura-2000-Gebiet Hutweide Mannersdorf“. Zudem fungierte er als „Vertrauenslandwirt“ des Distelvereins für die „Ökowertflächen“. Ihm ist es zu einem guten Teil zu verdanken, dass in Mannersdorf nach wie vor zahlreiche Landschaftselemente, Brachstreifen sowie extensiv bewirtschaftete Wiesen und Weiden zu finden sind. Durch seine offene und integrative Art schafft Johann Palkowitsch es, das Naturbewusstsein der ihn umgebenden Menschen zu fördern sowie die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure dazu zu bewegen, miteinander zu kooperieren und Verständnis für die Anliegen der jeweils anderen zu entwickeln. Die Jury überzeugte Johann Palkowitsch vor allem durch seine unkonventionellen Herangehensweisen, seinen Mut und seine Ausdauer. Mit seinen zahlreichen langjährigen Tätigkeiten, dem uneigennützigen Einsatz im Dienst der Artenvielfalt und Kulturlandschaft und der ansteckenden leidenschaftlichen Begeisterung für das Thema kann Johann Palkowitsch als Vorbild gelten.

 

Rosmarie Friedl

Die Bergbäuerin Rosmarie Friedl bewirtschaftet einen Biobetrieb in der Gemeinde Pfafflar im Bezirk Reutte in Tirol auf einer Seehöhe von etwa 1400 Metern. In ihrer Ortschaft Boden ist sie mittlerweile die Einzige, die noch Rinder hält. Rosmarie Friedl betreut auch die Hochtennenalm am Hahntennjoch, auf die 85 Rinder gealpt werden. Ihr Einsatz gilt vor allem der Erhaltung und Verbesserung der Weideflächen auf Almen und Heimweiden im Naturpark Tiroler Lech. Unter schwierigen Bedingungen kümmert sie sich unermüdlich um die Pflege der Kulturlandschaft der hochalpinen Region. Durch die Bewirtschaftung der Flächen verhindert Rosmarie Friedl, dass wertvolle ökologische Flächen brachfallen oder verwildern. Rosmarie Friedl nimmt mit der Hochtennenalm am Almpflegeprojekt des Naturparks Tiroler Lech teil und motiviert hier durch ihre Vorbildwirkung Freiwillige, sich für die Almpflege zu engagieren. Als Anbieterin von „Urlaub am Bauernhof“ trägt sie zusätzlich zur Bewusstseinsbildung über die Auswirkungen landwirtschaftlicher Bewirtschaftung auf die Kulturlandschaft und die Bedeutung gesunder Lebensmittel bei.

 

Werner Kommik

Werner Kommik, ehemaliger Volksschuldirektor von St. Michael im salzburgischen Lungau und zurzeit im Biosphärenpark Lungau beschäftigt, engagiert sich seit Jahrzehnten unentgeltlich für den Naturschutz. Sein größtes Anliegen war und ist die Wissensvermittlung und Aufklärung über die Lebensweise der Braunkehlchen sowie deren Schutz und Bestandsicherung im Lungau. Ab den 1970er-Jahren studierte und beobachtete Werner Kommik Braunkehlchen und setzte aufgrund des drastischen Rückgangs der Braunkehlchenpopulation im Lungau Maßnahmen durch, die den Bestand retten sollten. Spätere Mähtermine oder das Setzen von Zaunposten führten dazu, dass die Population der Braunkehlchen wieder gewachsen ist. Zur Realisierung seines Vorhabens führte er, auch gegen Widerstände, jahrelange Gespräche mit den ansässigen Landwirtinnen und Landwirten, der Landesregierung und diversen Behörden. Er hat zu dem Thema zahlreiche Vorträge gehalten und Exkursionen geleitet.

Auch heute ist Werner Kommik noch dem Braunkehlchen verbunden. Zudem engagiert er sich für den Erhalt der Blumenwiesen im Biosphärenpark Lungau.

 

Anton Giorgini

Anton Giorgini ist Ortsbauernobmann der Marktgemeinde Ebensee im oberösterreichischen Salzkammergut. Er bewirtschaftet einen Nebenerwerbsbauernhof und die Giorgini-Alm am Feuerkogel. Seit 2008 ist er Obmann des Vereins „Kulturlandschaftssicherung Salzkammergut“. Seine Anliegen sind die Erhaltung und Stärkung klein strukturierter Betriebe in Ebensee, die Förderung der Zusammenarbeit innerhalb der Bauernschaft sowie die Erhaltung der Kulturlandschaft durch die Weiterführung der landwirtschaftlichen Betriebe der Region. Dies soll unter anderem durch Betriebskooperationen unterstützt werden. Netzwerken ist ein zentraler Teil seiner Arbeit. Anton Giorgini motiviert zu Offenheit gegenüber neuen Projekten und Innovationen und referiert bei Informations- und Diskussionsveranstaltungen über seine Anliegen. Eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und das Vernetzen mit anderen Ortsbauernschaften sind ihm ebenso wichtig wie die Zusammenarbeit mit Gemeinden.

 

Martin Pfeil

Martin Pfeil ist Steinbrucharbeiter und kam so zunächst beruflich mit Amphibien und ihrer Gefährdung in Kontakt. Dies und die Beobachtung von Naturzerstörung motivierten ihn dazu, sich dem Artenschutz zu widmen. So rief er etwa ein Projekt ins Leben, in dessen Rahmen ein Biotopverbund geschaffen wurde, der ein langfristiges Überleben von Amphibien ermöglichen soll. 50 Laichgewässer wurden im Tal der kleinen Mühl in Oberösterreich angelegt, auch private Teiche in das Projekt eingegliedert. Auch für den Erhalt naturschutzfachlich wertvoller Grundstücke durch einmalige Mahd setzt sich Martin Pfeil ein. Er betreibt Öffentlichkeitsarbeit und berät die Bevölkerung in naturschutzfachlichen Fragen.

Als Imker leistete er Pionierarbeit bei der biologischen Varroamilbenbekämpfung. In seiner Region ist Martin Pfeil aufgrund seines Einsatzes für Amphibien mittlerweile als „Froschkönig“ bekannt. Sein Erfolg zeigt, dass Hartnäckigkeit und Verhandlungsgeschick auch bei geringer finanzieller Mittelausstattung zu erfolgreichen Artenschutzprojekten führen können.

 

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