Sieger in der Kategorie „Kulturlandschaft & Tourismus“

 

Alchemilla: Kräutervielfalt für Einheimische und Gäste

(c) Susanne Grasser

Die Vielfalt der Kräuter im Großen Walsertal sichtbar machen: das ist das Hauptanliegen der Alchemilla-Kräuterfrauen im Biosphärenpark Großes Walsertal. Mit ihrem Kursangebot, ihren hochwertigen Kräuterprodukten – hergestellt aus Kräutern der Region und Zutaten aus biologischer Landwirtschaft bzw. fairem Handel –, mit Veranstaltungen wie den offenen Gärten und Gartentagen oder den Kräutertagen gelingt es den 13 beteiligten Frauen ausgezeichnet, Gästen und BewohnerInnen den Wert der Kräutervielfalt bewusst zu machen und Nutzungsmöglichkeiten weiterzuvermitteln. Zudem wird das eigene Kräuterwissen vertieft, durch Austausch neu erworben und stetig erweitert.
Die Projektidee geht auf die Kräuterpädagogin Susanne Türtscher zurück, die sich schon länger mit der Bedeutung und Wirkung von Kräutern befasst hatte und eine breitere Auseinandersetzung mit dem Thema anstoßen wollte. Gemeinsam mit 12 weiteren Frauen aus dem Biosphärenpark Großes Walsertal hat sie seit dem Jahr 2006 ein breites Angebot aufgebaut, dessen Bandbreite von der Organisation von Veranstaltungen zum Thema Kräuter bis zur Vertiefung des Kräuterwissens der beteiligten Frauen reicht. „Wir haben ein sehr umfangreiches Kursprogramm zusammengestellt“, sagt Susanne Türtscher in einem Interview über Alchemilla. „Dabei geht es uns aber nicht nur darum, dass wir ein touristisches Angebot bereiten wollten, sondern es geht uns viel mehr darum, dass wir die Menschen, die Gäste, sensibilisieren möchten für diesen Schatz, Schöpfung und Natur.“
Auch wenn das Projekt zu Beginn nicht auf den Tourismus ausgerichtet war, hat es bei den Gästen im Großen Walsertal großen Anklang gefunden und wurde so zu einem der Aushängeschilder des Biosphärenparks Großes Walsertal. BesucherInnen wie Einheimische können an Kräuterkochkursen, Seifen- und Salbenkursen oder einem Seminar, das einen die Natur als Spiegel der eigenen Seele erfahren lässt, teilnehmen. In einem Gasthaus des Tals findet man Kräutermenüs, und in einigen Hotels der Region, in den Tourismusbüros sowie in manchem Lebensmittelladen erhält man Kräuterprodukte von Alchemilla.
Nicht zuletzt die Kooperation mit dem Kulturfestival Walserherbst, in dessen Rahmen die Alchemilla-Frauen 2008 eine Ausstellung zum Thema Frauenkräuter präsentierten, zeigt die Vielfalt des Projekts auf.
Alchemilla, der botanische Name für die Pflanze „Frauenmantel“, birgt einen Hinweis auf eine weitere wichtige Funktion des Projekts: Alchemilla möchte Frauen im Biosphärenpark Großes Walsertal vernetzen und stärken und ein eigenes Erwerbsstandbein für sie schaffen. Denn in abgelegenen Alpentälern ist es für die ansässigen Frauen nicht immer leicht, ein Einkommen zu erzielen. So gesehen trägt Alchemilla nicht nur zur Bildung des Bewusstseins für die Bedeutung der Kulturlandschaft, sondern auch zu einer nachhaltigen gesellschaftlichen Regionalentwicklung bei.

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Einreichende Organisation: Biosphärenpark Großes Walsertal
Kontakt: Ruth Moser
moser@grosseswalsertal.at
Website: www.alchemilla.at
Projektlaufzeit: seit 2006
Finanzierung: Eigenmittel, Mittel des Biosphärenparks Großes Walsertal, Dynalp²

 

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