Gewinner des Sonderpreises „Eine wichtige Kleinigkeit“

Alte Sorten und Kultur beim Jaglbauer

(c) Ernst Kren

Der Jaglbauer liegt mitten im Naturpark Steirische Eisenwurzen auf der Breitau, einem Landschaftsschutzgebiet mit wunderbaren Streuobstwiesen. Seit 1608 ist der Biobauernhof in Familienbesitz. Petronella und Franz Weißensteiner, die den Betrieb seit 26 Jahren führen, setzten sich auf vielerlei Arten für die sie umgebende Landschaft und Artenvielfalt ein.
Alte Apfel- und Birnensorten werden von ihnen schon lange erhalten und neu gepflanzt. In Zusammenarbeit mit dem Naturpark Steirische Eisenwurzen wurden die Obstbäume nun im Rahmen des Projektes „Streuobstwiesen“ auch pomologisch bestimmt. Die Ergebnisse waren sensationell: Man entdeckte zwei vom Aussterben bedrohte Apfelsorten, Fraas Sommerkalvill und Esophus Spitzenburg. In Zeiten, in denen Streuobstbestände immer mehr zurückgedrängt werden und an Wertschätzung verlieren, kann dies durchaus als besonderes Ereignis gewertet werden.
Ebenso gefördert werden auch Magerwiesen, Sauerwiesen und Strauchhecken. Viel händische Arbeit und Nachsaat bei Grasnarbenverletzung haben, wie auch Biologen festgestellt haben, zu einer hohen Artenvielfalt geführt. Vor 30 Jahren wurde eine Reihe von kleinen Tümpeln angelegt, die auch in Trockenzeiten verschiedenste Insekten, Libellen, Frösche und Vögel anlocken. Bei alledem wird darauf Wert gelegt, dass die Vielfalt auf den Wiesen und im Wald auch für die nächsten Generationen erhalten wird.
Um den Bewohnern der Region und Gästen die Besonderheit der Sortenvielfalt der Streuobstwiesen zu vermitteln, haben sich Petronella und Franz Weißensteiner einiges einfallen lassen. Der Betrieb hat sich auf die Direktvermarktung von Edelbränden aus besonders seltenen Apfelsorten spezialisiert. Vielfalt kann man schließlich auch schmecken. Besonders aber ist vor allem die sogenannte Bauerngalerie, die für die Produktverkostung und den Verkauf erbaut wird, in der aber auch eine Schaubrennerei eingerichtet wurde . In der Bauerngalerie sollen Werke von Franz Weißensteiner ausgestellt werden, der ein begeisterter Kunstmaler ist und auf seinen Bildern auch Kulturlandschaften und bäuerliche Arbeiten darstellt. Die Etiketten für die selbstgemachten Edelbrände stammen ebenfalls aus seiner Hand. Im Jahreslauf sollen zukünftig Musik, Tanz, Brauchtum und Kunstausstellungen stattfinden. Die Verkostung der Edelbrände zur Apfelernte ist unter den jeweiligen Bäumen geplant.
Petronella und Franz Weißensteiner möchten Tradition und Moderne verbinden und etwas Einzigartiges schaffen. Dieses Einzigartige gilt es weiterzugeben. Nicht nur den Gästen soll die Bedeutung der Biolandwirtschaft und der Kulturlandschaft im Naturpark vermittelt werden. Petronella und Franz Weißensteiner wollen den eigenen Kindern ein Vorbild sein und deren Interessen fördern, um den Fortbestand der Artenvielfalt ebenso zu sichern wie den Fortbestand des Betriebs.

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Betrieb: Franz und Petronella Weißensteiner vlg. Jaglbauer
Kontakt: Naturpark Steirische Eisenwurzen, Katharina Weiskopf
k.weiskopf@eisenwurzen.com
Finanzierung: Eigenmittel, ÖPUL, LEADER+, derzeit Teilnahme an Leader-Projekten über den Naturpark Steirische Eisenwurzen

 

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