ÖKL-Baupreis 2012

ÖKL-Baupreis
4 Preisträger und 12 Nominierte erhielten Auszeichnung für beste Maststallbauten in Österreich!

Am 30. November 2012 fand die feierliche Verleihung des ÖKL-Baupreises 2012 zum Thema Mastställe durch Herrn Bundesminister DI Niki Berlakovich statt.

Der ÖKL-Baupreis 2012 Landwirtschaft wurde heuer zum zweiten Mal vom Lebensministerium unter dem Dach von Netzwerk Land ausgeschrieben. Dieser Preis zeichnet Stallbauten aus, die durch besonderen Ideenreichtum der österreichischen Landwirtschaft neue Perspektiven und wirtschaftliche Chancen eröffnen.

Sieger ÖKL-Baupreis 2012
Foto: Bernhard Kern, BMLFUW

Thema für 2012 waren zeitgemäße und wirtschaftliche Mastställe für Rinder, Schweine und Lämmer. Im Mittelpunkt stand die vorbildliche Kombination der Kriterien Wirtschaftlichkeit des Betriebs, Tiergerechtheit des Stalls, Bauqualität (Architektur, umweltschonender Einsatz der Baustoffe) sowie Arbeitswirtschaft und Arbeitsplatzqualität.

 

Die Preisträger des ÖKL-Baupreises 2012 sind:

  • Betrieb Bernold, Bio, Niederösterreich
    „Gekonnte Reduzierung des Stallgebäudes für mehr Licht und Luft“

    Familie Bernold aus dem Weinviertel hat ihren Außenklimastall für Ochsen, Stiere und Mutterkühe 2007 in Betrieb genommen. Passend zur notwendigen Fruchtfolge und zum hohen Anteil an Leguminosen kam bei der Umstellung auf Bio vor fünf Jahren zum ursprünglich konventionellen Ackerbaubetrieb auch die Rinderhaltung hinzu.
  • Betrieb Holzweber, Bio, Oberösterreich
    „Ein nachhaltiges Gesamtkonzept für die Bio-Schweinehaltung“

    Familie Holzweber aus dem Bezirk Perg im Mühlviertel wollte vom Nebenerwerb auf Vollerwerb umstellen und hat dabei eine interessante Anlage für Ferkelproduktion und Mast in unmittelbarer Dorflage verwirklicht und 2010 in Betrieb genommen. Dieses Gesamtkonzept konnte die Jury überzeugen. Die Anlage mit dem Aufzuchtferkel- und Maststall sowie dem Abferkel- und dem Wartestall wurde beispielhaft funktionell gegliedert; der Mastschweinestall für 100 Mastplätze ist als kompakter Außenklimastall mit Liegekisten und Auslauf konzipiert.
  • Betrieb Jeitler, Gehobener Tiergerechtheitsstandard, Steiermark
    „Ein ressourcenschonendes Stallgebäude für die Mastschweinehaltung“

    Sehr kostengünstig um nur 136.000 Euro hat Familie Jeitler aus Hartberg einen Außenklimastall und 320 Mastplätzen sowie für das Güllelager und eine Hackschnitzelheizung gebaut. Der Stall wurde 2010 in Betrieb genommen. Geschafft wurde dies mit einem hohen Eigenleistungsanteil und mit eigenem Holz. In nur vier Monaten konnte der Stall fertig gestellt werden; beauftragt wurden ausschließlich heimische Firmen.
  • Betrieb Schneider, Bio, Steiermark
    „Ein schlichter Schafstall aus Holz für eine beispielgebende Baukultur in der Landwirtschaft“

    Familie Schneider aus  der Nähe von Graz überzeugte die Jury mit einem großzügigen und hellen Offenfrontstall für maximal 107 Mutterschafe mit jeweils 2 Lämmern, der gekonnt in einen leicht fallenden Hang gebaut und Ende 2011 in Betrieb genommen wurde. Der Rundholzbau besticht im Detail durch hervorragende handwerkliche Qualität.

 

Jury:
Die achtköpfige Fachjury setzt sich  aus mehreren Bauberatern der Landwirtschaftskammern, einem Fachmann für Betriebswirtschaft, Tierhaltungsfachleuten der Veterinärmedizinischen Universität Wien und des LFZ Raumberg-Gumpenstein sowie einer Expertin für Arbeitswirtschaft der Universität für Bodenkultur zusammen. Diese Jury hat alle 37 eingereichten Projekte anhand der vorgegebenen Kriterien bewertet und 16 Projekte nominiert. Schlussendlich wurden daraus vier Betriebe als Preisträger ausgewählt.

Eines ist klar:
Bei den Preisträgern handelt es sich um Stallbauten, die neue Wege in der Masttierhaltung eingeschlagen haben. Denn viele der eingereichten Bauten und vor allem die nominierten Betriebe zeigen eine Vielzahl von Varianten und Möglichkeiten in der Tierhaltung auf.
Die Beweggründe dafür sind sicherlich eine gewisse Unzufriedenheit mit dem derzeitigen zur Verfügung stehenden Angebot an Stallsystemen, welche die Ansprüche der BetriebsführerInnen und auch verstärkt der KonsumentInnen nur begrenzt erfüllen können. Ein breites und vielfältiges Angebot hingegen, das sowohl für konventionelle als auch für biologisch wirtschaftenden Betriebe zur Verfügung steht, hilft den einzelnen Betrieben, besser auf ihre jeweiligen Vorstellungen einzugehen. Zum Beispiel war bei Rinder- und Schweinestallungen bis vor kurzem noch der Vollspaltenboden verbreitet.
Dass aber in Österreich auch tiergerechtere Alternativen – und diese mit ebenfalls niedrigen Bau- und Betriebskosten – gezeigt werden können, beweisen die Ergebnisse dieses Baupreises. Außerdem werden die Vorteile für die Tiergesundheit (und somit auch für Leistung und Fleischqualität) sichtbar, noch dazu wenn die Planung gut durchdacht ist und der Stallbau auf hohem Niveau ausgeführt ist.

www.oekl-bauen.at und Broschüre
Alle Ergebnisse und Unterlagen sind auf der Bauplattform des ÖKL www.oekl-bauen.at abrufbar. Fotos sowie interaktive Panoramafotos, Zeichnungen und Beschreibungen der ausgezeichneten Stallbauten und der nominierten Betriebe stehen dann zur Verfügung.

Baupreis Broschüre 2013


Zusätzlich gibt es eine Bildungsbroschüre mit Fotos, Plänen und Jurybeurteilung der vier Preisträger und der weiteren zwölf nominierten Projekte. Sie ist im ÖKL zum Manipulationspreis von 4 Euro erhältlich. (Bestellungen: Tel: 01/5051891 oder office@oekl.at)

Download Bildungsbroschüre

 

 

 

Logos ÖKL Baupreis 2012

 

 

 

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