Sieger "Kategorie Jugend"

Jugendkulturelles Beteiligungsprojekt – Jugendmusikszene Pinzgau

 

(c) Jugendmusikszene Pinzgau

Der Salzburger Pinzgau ist reich an jungen Musiktalenten. Teils als SolistInnen, teils in Bands versuchen sie in unterschiedlichen Stilrichtungen ihre Vorstellungen von „Musikerfolg“ zu verwirklichen. Anders als vielleicht bei Blasmusik, Feuerwehr oder Fußball fehlt es im Bereich der Pop- und Rockmusik jedoch an (unterstützenden) Strukturen (z. B. Vereinen). Das erschwert es, sich miteinander zu vernetzen, aber auch von außen als Gruppe wahrgenommen zu werden. Im Rahmen des „Jugendkulturellen Beteiligungsprojekts“ reagierten engagierte Personen der Region unter der Federführung der Vereine Akzente Pinzgau und Mitbestimmung.cc unterstützt durch das Regionalmanagement Pinzgau und die BürgermeisterInnenkonferenz Pinzgau auf diese Defizite.

Um die bisher unbekannten Bedürfnisse der Gruppe „jugendliche MusikerInnen“ auszuloten, wurde ein Filmprojekt initiiert, an dem sich 150 Personen aus 25 Bands und Soloprojekten beteiligten. In diesem Film erzählen die jungen Künstlerinnen und Künstler in Interviews über ihre Schwierigkeiten, beschreiben beispielsweise prekäre Proberaumsituationen oder verweisen auf die fehlenden Gelegenheiten für Auftritte; und sie zeigen Möglichkeiten auf, wie diese Mängel überwunden werden könnten. In eigenen Zwischensequenzen sieht man sie musizieren, und man erlebt die Vielfalt der regionalen Musikrichtungen.

Viele Kontakte geknüpft
Der Film allein ist es aber nicht, der dieses Projekt zu einem herausragenden Jugendprojekt macht. Es sind die unterschiedlichen Arten und Arenen der Kommunikation, die durch dieses Projekt geschaffen wurden. So fanden etwa begleitend zum Filmprojekt in regelmäßigen Abständen runde Tische statt, welche die jungen MusikerInnen zum Netzwerken nutzten. Auch mit der Stubaitaler MusikerInnenplattform „Soundvalley Stubai“ im benachbarten Tirol wurden Kontakte aufgebaut. Um das gegenseitige Verständnis zwischen Politik/Verwaltung und den Jugendlichen herzustellen, ermöglichte das Projekt auch einen aktiven Dialog mit BürgermeisterInnen und GemeinderätInnen.
All diese vorerst netzwerkartigen Strukturen entwickelten sich im Laufe des Projekts rasch weiter und führten zur Gründung des Unterstützungsvereins „Musik Fabrik Pinzgau“, der es Jugendlichen ermöglicht, effizient Lobbying zu betreiben und sich für die Interessen von jungen Musikerinnen und Musikern einzusetzen.
Dieses Projekt steht also für einen beispielhaften Prozess Richtung Chancengleichheit, der die Motivation der Jugendlichen zur Mitgestaltung ihrer Umwelt dadurch aktiviert, dass sie in einem für sie relevanten Bereich um ihre Meinung und ihre Bedürfnisse gefragt werden. Dem wird durch mediale Unterstützung öffentlichkeitswirksam eine Bühne geboten, und durch die Einbeziehung der kommunalen EntscheidungsträgerInnen wurde auch die Basis für weitere Umsetzungsschritte gelegt. Wesentlich ist auch, dass im Rahmen dieses Projekts die Selbstorganisation von Jugendlichen nachhaltig gefördert wurde.

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Einreichende Organisation:
LAG Nationalparkregion Hohe Tauern und Stadtgemeinde Zell am See
Kontakt: Akzente, Johanna Harms, Bräuschmiedgasse 5, 5700 Zell am See, j.harms@akzente.net
http://musik.ibinpinzgau.at

 

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