Sieger "Kategorie Frauen"

Chancengleichheit im ländlichen Raum – Frauen entscheiden

 

(c) Verein KoKon

Geschlechterbedingte Barrieren behindern Frauen in ländlichen Regionen oft, am wirtschaftlichen, politischen und sozialen Leben teilzuhaben. In Entscheidungsgremien von Gemeinden und regionalen Entwicklungsverbänden sind Frauen am Land daher nach wie vor unterrepräsentiert. Dadurch können Engagement, Wissen und Erfahrungen von Frauen in der regionalen Entwicklungsarbeit nicht bzw. viel zu wenig genutzt werden. Mit dem Projekt „Chancengleichheit im ländlichen Raum“ wurde von „KoKon – beratung und bildung für frauen“ im Salzburger Pongau und Lungau im Jahr 2011 eine beispielhafte Initiative gestartet, welche die Mitwirkung von Frauen in der Regionalentwicklung langfristig stärken soll.

Herzstück der strategisch angelegten Frauenförderung im Pongau sind die vier Arbeitspakete „Mentoring“, „Aktive Frauen im ländlichen Raum“, „Social Web“ und „Tschänder-Kabarett“.
Im Rahmen des Arbeitspakets „Mentoring“ stellen erfahrene Politikerinnen Frauen, die neu in der Politik sind oder vorhaben, sich politisch stärker einzubringen, ihre Erfahrungen zur Verfügung. Der Erfahrungsaustausch erfolgt individuell – von Mentorin zu Mentee , in gemeinsamen Veranstaltungen (zum Beispiel zur Weiterbildung oder Vernetzung aller beteiligten Mentorinnen und Mentees) sowie in Form von Stammtischen und Peer-Groups der Mentees. Seit einem Vorbereitungstreffen im Juli und einer offiziellen Startveranstaltung am 19. September sind die ersten sieben „Mentorinnen-Paare“ aktiv. Bis Ende Oktober 2012 können noch weitere Tandems dazukommen.
Das Arbeitspaket „Aktive Frauen“ startete mit Interviews mit erfahrenen Gemeindevertreterinnen und einer Veranstaltung, in welcher der Austausch zwischen erfahrenen und jungen Lokalpolitikerinnen begonnen wurde. Im Laufe dieses Jahres gab es bereits drei fachspezifische Workshops zum Thema Frauen in der Politik und ein Treffen mit der österreichischen Frauenministerin.
Zum Thema „Social Web“ fanden bis dato unter dem Titel „bridging the gender & generation gap“ mehrere Workshops in Schulen statt, in denen jugendliche „digital natives“ Frauen über 40 die Welt der digitalen Medien und des Web 2.0 näherbrachten.
Die Vorbereitungen für das „Tschänder-Kabarett“ haben ebenfalls bereits begonnen. Derzeit werden interessierte „Laiendarstellerinnen“ gesucht – eine geeignete und erfahrene Theaterpädagogin wurde per Ausschreibung bereits gefunden. Ab November soll an zehn Abenden das Programm entwickelt werden. Ziel ist es, ein ernstes Thema auch auf humorvolle Art und Weise zu bearbeiten und damit neue Zielgruppen für das Thema Chancengleichheit zu gewinnen. Von der kabarettistischen Genderarbeit erwarten sich die Expertinnen von KoKon aber auch, dass Zusammenhänge pointiert dargestellt werden. Dadurch sollen neue Perspektiven erkennbar und Gleichstellung als demokratiepolitische Notwendigkeit klar sichtbar werden.
Insgesamt zeichnet sich das Projekt „Chancengleichheit im ländlichen Raum“ durch seinen ganzheitlichen strategischen Ansatz, seine klare Problemsicht und ein methodisch innovatives Projektdesign aus.

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Einreichende Organisation:
Verein KoKon – beratung und bildung für frauen
Kontakt: Barbara Niehues, Michael-Walchhofer-Straße 15, 5541 Altenmarkt, info@kokon-frauen.com, www.kokon-frauen.com


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