Platz 2 in der "Kategorie weitere Chancengleichheitsprojekte"

Kunst vom Rand: Das kreative Potenzial von Menschen mit Behinderung

(c) Dietmar Wimmer / LAG Mostlandl-Hausruck

In der oberösterreichischen Leader-Region Mostlandl-Hausruck findet seit drei Jahren eine zunehmende Vernetzung regionaler KünstlerInnen statt. Die auf diese Weise intensivierten Kontakte nutzten die Beteiligten bereits dafür, gemeinsam Workshops für kunstinteressierte Kinder und Jugendliche zu entwickeln und durchzuführen, die bei der Bevölkerung großen Anklang fanden. Daraufhin erhielten die KünstlerInnen von verschiedenen Seiten Anfragen, ob Projekte ähnlicher Art nicht auch für BewohnerInnen regionaler Sozialeinrichtungen angeboten werden könnten.

Bildhauer und Designer Josef Michael Pfeiffer aus Meggenhofen hatte die Idee, speziell für „Menschen vom Rand der Gesellschaft“, beispielsweise Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung, ein ansprechendes Programm zu entwerfen. Er entwickelte mit seiner Künstlerkollegin Andrea Hinterberger und seinem Künstlerkollegen Meinrad Mayrhofer ein Konzept, welches das kreative Potenzial dieser Personengruppe wecken soll. Als Partner beteiligten sich Assista  Das Dorf Altenhof, Pro Mente in Schlüsslberg/Kehrbach und FAB GOA (Gemeinschaft ohne Alkohol) in Gallspach. In drei dreitägigen Workshops in den Jahren 2011, 2012 und 2013 wurde/wird mit den Erwachsenen aus den genannten Sozialeinrichtungen ein Gestaltungsthema (z. B. Sitzobjekte, Türen, Tore) entwickelt und gemeinsam umgesetzt.

Gestalten mit vorgefundenen Materialien
Um die Kreativität der Beteiligten zu beflügeln, erwies sich das Prinzip „Gestalten mit vorgefundenen Materialen“ als besonders geeignet. Vorhandenes kann auf diese Weise differenzierter wahrgenommen und die Phantasie fokussierter eingesetzt werden. Es entstehen Kunstwerke wie auch Dinge des täglichen Gebrauchs als Ergebnis neuer Formfindung und eines phantasievollen Umgangs mit den Materialen und der eigenen Kreativität. Man achtete vor allem darauf, dass die Fähigkeiten und Stärken von Menschen mit besonderen Bedürfnissen durch die öffentliche Präsentation der Kunstwerke Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Viele der entstandenen Kunstwerke wurden bereits verkauft und zieren den öffentlichen Raum sowie Privathaushalte.

Auf gleicher Augenhöhe
Durch dieses Projekt - vor allem durch die Kunstwerke - wurde die Bevölkerung sowohl auf BewohnerInnen von Sozialeinrichtungen als auch auf die Sozialeinrichtungen selbst aufmerksam. Seit Kurzem ist „Kunst vom Rand“ auch Mitglied des Netzwerks Design des Clusterlandes Oberösterreich, was einen ersten Schritt in Richtung auftragsorientierte Produktentwicklung bedeutet. Dadurch befindet sich das Kunst-vom-Rand-Team auf gleicher Augenhöhe mit anderen innovativen Unternehmen. Ziel ist es, künftig als kreative Ideenlieferanten genauso geschätzt zu werden wie im Bereich Kunst am Bau oder bei der Ausgestaltung von öffentlichen Räumlichkeiten. Dies würde auch dazu führen, dass die Fähigkeiten der Beteiligten als Teil der Wertschöpfung in Betrieben anerkannt und schließlich die Chancen von Menschen mit Beeinträchtigungen auch am Arbeitsmarkt verbessert werden.

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Einreichende Organisation:
LAG Mostlandl – Hausruck
Kontakt: Magdalena Hellwagner, Roßmarkt 25, 4710 Grieskirchen, m.hellwagner@
mostlandl-hausruck.at, www.kunstvomrand.at

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